© Dr. Stefan Trapp | Ambulante Kinder- und Jugendmedizin Bremen-Huchting

Impfungen

Sie finden hier Erläuterungen zu einzelnen empfohlenen Impfungen.

Die Impfstoffe gegen die meisten zunächst beschriebenen Krankheiten stehen als Kombinationsimpfstoffe (5 bzw. 6 Komponenten in einer Spritze) zur Verfügung, können aber auch einzeln bzw. in individuellen Kombinationen geimpft werden. Es handelt sich meist um sogenannte “Totimpfstoffe”, die keine lebenden Erreger enthalten (TI). Einige Impstoffe sind “Lebendimpfstoffe”: Sie enthalten abgeschwächte Krankheitserreger, die zu einer bleibenden Immunität führen sollen, ohne krank zu machen (LI).

Tetanus (Wundstarrkrampf) (TI)

Tetanus ist eine Wundinfektion, die durch überall in der Erde und in Schmutz lebende Bakterien hervorgerufen wird. Gefährdet sind also bereits Krabbelkinder, die sich kleine, aber schmutzige Verletzungen zuziehen können. Die Erkrankung führt zu einer allgemeinen Verkrampfung und Lähmung der Muskeln. Auch bei bester medizinischer Versorgung sterben 20 – 30 Prozent der Patienten. In Deutschland ist der Tetanus nur wegen der weiten Verbreitung der Impfung sehr selten. [mehr...] [zum Seitenanfang]

Diphtherie (TI)

Die Diphtherie ist eine früher häufige und sehr gefürchtete Krankheit. Man nannte sie den „Würgeengel der Kinder“. Sie wird durch Bakterien verursacht und ruft die Bildung von „Membranen“ (Häutchen) meist im Rachen hervor, die zum Ersticken führen können. Außerdem kommt es zu Lähmungen und Herzversagen. Etwa 10 Prozent der Erkrankten sterben. Heute ist die Diphtherie in Deutschland durch die weit verbreitete Impfung sehr selten. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion aber herrscht seit Jahren wieder eine Diphtherieepidemie mit jährlich Hunderten von Toten, nachdem die Zahl der Impfungen durch den Zusammenbruch des Gesundheitswesens stark zurückgegangen ist. [mehr...] [zum Seitenanfang]

Keuchhusten (Pertussis) (TI)

Der Keuchhusten wird durch giftproduzierende Bakterien hervorgerufen. Dieses Gift (Toxin) verursacht durch Schädigung bestimmter Gehirnanteile und der Schleimhäute der Atemwege einen anfallsartigen und langdauernden (mehrere Wochen) Husten. Vor allem im ersten Lebensjahr kann es zu tödlichen Atempausen (Apnoen) oder selten zu einer bleibenden Hirnerkrankung mit epileptischen Anfällen kommen. Im Verlauf der Erkrankung können jedoch auch bei älteren Kindern Komplikationen wie z. B. Lungenentzündungen auftreten.  [mehr...] [zum Seitenanfang]

Kinderlähmung (Polio) (TI)

Die Polio ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die zu bleibenden schweren Lähmungen führen kann. Seit Einführung der Impfung ist sie in Deutschland praktisch ausgerottet („Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam!“). In einigen anderen Ländern (z. B. Türkei, asiatische Länder) kommt sie jedoch noch vor. Insbesondere bei Fernreisen besteht für Ungeimpfte ein hohes Erkrankungsrisiko. Die Impfung erfolgte früher meist als Schluckimpfung („Lebendimpfung“ mit abgeschwächten Polioviren). Heute wird die Injektion des „Totimpfstoffes“ empfohlen, da diese – im Gegensatz zur Schluckimpfung – keinerlei Risiko bleibender Lähmungen für ungeimpfte Kontaktpersonen oder den Geimpften selbst bedeutet. [mehr...] [zum Seitenanfang]

Erkrankungen durch Haemophilus influenzae B (HIB) (TI)

HIB ist ein Bakterium, das vor allem im Kleinkindesalter zahlreiche Krankheiten wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen hervorruft. Besonders gefürchtet ist die eitrige Kehldeckelentzündung (Epiglottitis), die hochakut und bei 25 Prozent tödlich verläuft. HIB ist außerdem bei Säuglingen und Kleinkindern der häufigste Erreger eitriger Hirnhautentzündungen, die nach Einführung der Impfung sehr selten geworden sind. Diese enden bei etwa 5 Prozent tödlich, weitere 20 bis 30 Prozent der Kinder behalten bleibende Hirnschäden zurück.  [mehr...]  [zum Seitenanfang]

Hepatitis B (TI)

Die Hepatitis B ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber. Sie ist heute noch nicht heilbar. Bei etwa 5 bis 10 Prozent der Erkrankten (bei Säuglingen sogar bei 85 %) heilt diese Hepatitis nicht spontan aus, sondern verläuft chronisch. Das heißt, daß die Patienten oftmals im Laufe der Jahre Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln. 10 Prozent der chronisch erkrankten Patienten versterben an den Folgen der Hepatitis. Die Hepatitis B wird hauptsächlich über Blut oder Körperflüssigkeiten (z. B. beim Geschlechtsverkehr) übertragen; es scheint aber bei engen Haushaltskontakten auch andere Übertragungswege zu geben. In Deutschland kommt es zu etwa 50.000 Neuerkrankungen pro Jahr; dennoch ist die Hepatitis B im Kindesalter relativ selten.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Pneumokokken (TI)

Pneumokokken sind Bakterien, die sich in den Atemwegen vieler Menschen finden. Sie können verschiedene Erkrankungen, z. B. Mittelohr- und Lungenentzündungen, selten aber auch lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis (Blutvergiftung) verursachen. . Seit 2006 wird die Impfung für alle Säuglinge empfohlen.   [mehr...]  [zum Seitenanfang]

Meningokokken (TI)

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die verschiedene Krankheitsbilder auslösen können. Sie werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 700 bis 800 Menschen an einer Hirnhautentzündung (Meningitis) durch diese Erreger. 40 Prozent aller Patienten sind Kinder unter vier Jahren. Ein weiterer „Altersgipfel“ findet sich im Jugendalter. Auch heute noch sterben etwa zehn Prozent der Patienten trotz Therapie. Die Impfung richtet sich gegen Bestandteile der Bakterienoberfläche, der sogenannten Kapsel, die die Bakterien vor den Angriffen unseres Abwehrsystems schützt. In Deutschland werden etwa 70 Prozent der Erkrankungsfälle durch den Kapseltyp B verursacht. Gegen diesen steht seit Dezember 2013 ein neuer Impfstoff zur Verfügung. Der in Deutschland empfohlene Impfstoff richtet sich gegen den Typ C, der hier etwa jede dritte bis fünfte Erkrankung verursacht. Es stehen weitere Impfstoffe zur Verfügung, die neben dem Kapseltyp C auch die Typen A, Y und W135 abdecken. Diese Impfung ist für Reisende z. B. in afrikanische Länder oder auch z. B. für eine Reise nach Mekka erforderlich. Alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Men-C-Impfung bis zum 18. Geburtstag. Auch andere Impfstoffe werden von manchen Kassen erstattet.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Grippeimpfung (TI oder LI)

Die “Grippeimpfung” schützt nicht vor “grippalen Infekten”, sondern nur vor der “echten” Grippe durch Influenza-Viren. Eine Impfung gegen Influenza-Viren (“Grippe-Impfung”) wird für Kinder zur Zeit in Deutschland nicht allgemein empfohlen und ist vor allem bei chronisch erkrankten Kindern und Jugendlichen wichtig. Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung schützt die “Grippeimpfung” nicht vor den grippalen Infekten der kalten Jahreszeit. Sie richtet sich vielmehr ausschließlich gegen Influenza-Viren. Influenza-Viren sind die Erreger der “echten” Grippe. Im Abstand von mehreren Jahren kommt es immer wieder zu Influenzaepidemien. Die Erkrankung kann unterschiedlich schwer mit hohem Fieber, trockenem Husten und starkem Krankheitsgefühl verlaufen. Gefährliche Komplikationen treten vor allem bei chronisch kranken und alten Menschen auf. Vor allem, um diese Menschen vor einer Influenzaerkrankung zu schützen, werden jährlich Grippeschutzimpfungen angeboten.. In Deutschland wird die Grippeimpfung für folgende Personenkreise empfohlen: - Personen über 60 Jahre - chronisch Kranke (aller Altersgruppen): z. B. bei Blutkrankheiten, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, chronischen Erkrankungen der Atemwege, neurologischen Erkrankungen oder Behinderungen... - Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems oder immunsuppressiver Therapie -stark exponierte Personen: medizinisches Personal oder Menschen, die beruflich Kontakt mit vielen Menschen haben - Schwangere Eine Impfung ist prinzipiell ab dem 6. Lebensmonat möglich und ist in der Regel gut verträglich. Sie muß jährlich (in der Regel im Herbst) wiederholt werden. Sie ist vor allem bei chronisch erkrankten Kindern zu erwägen (z. B. Asthma, Herzfehler, Diabetes) [mehr...] [zum Seitenanfang]

Grippeimpfung als Nasenspray (LI)

Seit 2012 steht für Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche auch ein Lebendimpfstoff gegen Influenza zur Verfügung, der nicht gespritzt, sondern als Nasenspray verabreicht wird. Diese Impfung ist zumindest im Kindesalter deutlich wirksamer (d. h. sie schützt besser) als die herkömmliche Impfung. Die STIKO empfiehlt daher, den Nasensprayimpfstoff bei Kindern von 2 bis 6 Jahren bevorzugt zu verwenden. In dieser Altersgruppe wird er - bei Vorliegen einer Impfindikation - von den Krankenkassen bezahlt. Ob eine Impfung für Ihr Kind sinnvoll ist, sollten Sie mit uns besprechen. [zum Seitenanfang]

Rotaviren (LI)

Rotaviren sind die häufigste Ursache viraler Darminfektionen bei Kindern. In den westlichen Industrieländern erkranken am häufigsten Säuglinge und Kinder im Alter von 6 Monaten bis zu 2 Jahren. Im Laufe der ersten Lebensjahre wird auch ohne Impfung durch wiederholte Infektionen eine gewisse Immunität aufgebaut. Die Erkrankung tritt in den Monaten Februar bis April am häufigsten auf. Vor allem bei Säuglingen werden bei schweren Verläufen Krankenhauseinweisungen erforderlich. Im Erwachsenenalter treten Erkrankungen – meist milder verlaufend – vor allem als Reisedurchfall, bei Eltern erkrankter Kinder oder im Rahmen von Ausbrüchen in Altenheimen in Erscheinung. Während in Deutschland Rotavirusinfektionen nur selten tödlich sind, wird geschätzt, dass in Afrika, Asien und Lateinamerika jährlich über 100 Millionen Kinder erkranken und etwa 350.000 bis 600.000 Kinder im Alter unter 5 Jahren an Durchfällen durch Rotaviren sterben. Seit 2006 sind in Deutschland zwei Lebendimpfstoffe gegen Rotaviren für Säuglinge bis zur vollendeten 24. bzw. 26. Lebenswoche zugelassen. Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist hoch: Zwar werden nicht alle Durchfallerkrankungen verhindert, doch für die Verhinderung einer schweren Rotaviruserkrankung besteht eine Effektivität von 96–98 %. Die meisten Krankenkassen erstatten den Impfstoff.   [mehr...]  [zum Seitenanfang]

Masern (LI)

Die Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung mit hohem Fieber, typischem Hautausschlag und Husten. Relativ häufig kommt es zusätzlich zu Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Gefürchtet ist die Masernerkrankung des Gehirns (Enzephalitis), die bei etwa  1 von 1000 bis 2000 Erkrankten auftritt und häufig tödlich verläuft. Die Überlebenden erleiden oft bleibende Hirnschäden. Durch die Einführung der Masernimpfung sind diese Komplikationen in den Industrieländern recht selten geworden.   [mehr...][zum Seitenanfang]

Mumps („Ziegenpeter“) (LI)

Mumps ist eine hochansteckende Entzündung zunächst der Ohrspeicheldrüsen und Lymphknoten. Sie wird durch Viren hervorgerufen. Häufig kommt es im Verlauf der Erkrankung auch zur Mitentzündung der Hirnhäute oder der Bauchspeicheldrüse. Diese heilen aber meist folgenlos aus. Problematisch ist eine Mitentzündung der Hoden, die nach Beginn der Pubertät zur bleibenden Unfruchtbarkeit führen kann. Daher sollten zumindest Jungen gegen Mumps geimpft werden.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Röteln (LI)

Röteln sind eine hochansteckende Viruserkrankung mit Hautausschlag, Lymphknotenschwellung und Fieber. Komplikationen sind für die Erkrankten selten; häufig verlaufen Röteln unerkannt. Gefährlich ist eine Rötelnerkrankung für ungeborene Kinder ungeimpfter Schwangerer. Hier kann es zur Fehlgeburt oder zu bleibenden Schäden (Hirnschaden, Taubheit, Herzfehler, Blindheit) kommen. Die Impfung schützt also vorwiegend andere, die sich aber nicht selbst schützen können! Zumindest Mädchen, die bis zum Eintritt in die Pubertät noch keine Röteln hatten, sollten zum Schutz ihrer eigenen späteren Kinder geimpft werden.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Windpocken (LI)

Windpocken (lateinisch: Varicellen) sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Das Virus wird über die Luft übertragen, schon ein kurzer Kontakt reicht aus (daher die Bezeichnung Windpocken!). Wegen der hohen Infektiosität machen mehr als 90 Prozent aller Menschen die Windpocken vor dem 14. Lebensjahr durch. Bei gesunden Kindern verläuft die Erkrankung in aller Regel unkompliziert. Neben dem typischen bläschentragenden ausschlag besteht meist  ein mehr oder weniger quälender Juckreiz. Komplikationen während der Erstinfektion sind selten. Es kann zu einer Beteiligung des Kleinhirns oder der Hirnhäute kommen (ca. 1 von 4.000 bis 10.000 Erkrankten, meist gute Prognose). Durch Infektion aufgekratzter Bläschen kann es zu bakteriellen Superinfektionen kommen. Schwer verlaufende Erkrankungen sind vor allem bei Kindern mit angeborenen Immundefekten, schwersten Hauterkrankungen oder bestimmten Langzeittherapien (z.B. nach Krebserkrankungen)zu befürchten, können aber auch bei ansonsten gesunden Kindern auftreten   [mehr...] Zwar macht man die Windpocken in aller Regel nur einmal durch, der Erreger nistet sich jedoch in Nervenzellen ein und kann lebenslang reaktiviert werden. Ein solcher zweiter Ausbruch – vor allem bei älteren oder gesundheitlich geschwächten Menschen – führt dann zur sogenannten Gürtelrose (Zoster). [mehr zum Zoster...] Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) die Impfung aller Kinder gegen Varizellen im zweiten Lebensjahr. Schon länger besteht die Empfehlung, bisher nicht erkrankte Jugendliche und Menschen mit Kontakt zu immungeschwächten Personen zu impfen. Ob eine Windpockenimpfung für Ihr Kind sinnvoll ist, sollten Sie nach einem Gespräch mit uns entscheiden. [mehr...] [zum Seitenanfang]

HPV (TI): HPV-Infektion als Auslöser des Gebärmutterhalskrebses

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, dem sogenannten Zervixkarzinom, ca. 1.700 sterben daran. Viele tausend Frauen werden wegen Vorstufen dieser Krebserkrankung am Gebärmutterhals oder der Gebärmutter operiert. Schon lange ist bekannt, dass der Gebärmutterhalskrebs durch sexuelle Aktivität begünstigt wird. Heute wissen wir, dass er durch eine Virusinfektion, die beim Geschlechtsverkehr übertragen wird, ausgelöst wird: Das Humane Papilloma Virus, kurz HPV, ist der Verursacher von Genitalwarzen. Es befällt Männer und Frauen. Eine über Jahre bestehende Infektion der Schleimhaut des Gebärmutterhalses mit HPV kann zu Vorstufen der Krebserkrankung und schließlich zum Zervixkarzinom führen. Über 50 Prozent aller sexuell aktiven Frauen sind von HPV befallen. Die weitaus meisten bemerken die Infektion niemals. Bei dem größten Teil der symptomatischen Patientinnen kommt es lediglich zur Entstehung von Genitalwarzen. Nur bei einem kleinen Anteil führt die Infektion nach Jahren zur Bildung von Krebszellen – aber auch die Krebspatientinnen haben häufig zuvor keine Symptome der Infektion bemerkt. Ziel der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchung ist es u. a., frühe Krebsformen durch Schleimhautabstriche zu erkennen. Das gelingt glücklicherweise oft. Aber auch bei früher Diagnose ist dann eine Operation an der Gebärmutter unvermeidlich.   Schutz durch Impfung Seit 2006 ist in Deutschland ein Impfstoff zugelassen, der die Bildung von Antikörpern gegen die häufigsten aggressiven Formen des HPV anregt. Leider kann die Infektion der Genitalschleimhäute mit HPV nur bei den Menschen weitgehend verhindert werden, die bis zur Impfung nicht mit HPV besiedelt sind. Das heißt, dass die Impfung möglichst vor dem Beginn sexueller Beziehungen erfolgen sollte. Daher wird die Impfung für Mädchen ab 9 Jahren empfohlen. Es wird vermutet, dass durch eine frühzeitige HPV-Impfung etwa 70 Prozent der Zervixkarzinome verhindert werden können. Da auch Männer von HPV befallen werden und die Erkrankung übertragen, wäre auch die Impfung der Jungen möglich. Allerdings ist der hier verfügbare Impfstoff nur für Mädchen zugelassen. Die Impfung erfolgt durch zwei Injektionen im Abstand von 6 Monaten (Bei Mädchen ab 14 Jahre drei Injektionen). Kostenübernahme der Impfung Die Impfung ist mit Gesamtkosten von fast 500 Euro vergleichsweise teuer. Da sie allgemein empfohlen wird, übernehmen jedoch alle Kassen die Kosten. Presseberichte über Todesfälle nach HPV-Impfung Im Januar 2008 wurde über zwei ungeklärte Todesfälle bei jungen, zuvor gesunden Frauen in Deutschland und Österreich berichtet, die 1 Tag bzw. drei Wochen nach einer HPV-Impfung eingetreten waren. Die Angehörigen vermuten einen Zusammenhang. In Deutschland wurden bislang schätzungsweise 700.000 Impfdosen verimpft, europaweit  etwa 1,5 Millionen Frauen. Weitere Todesfälle wurden in Europa bislang nicht in einen Zusammenhang mit der Impfung gebracht. Wir halten einen ursächlichen Zusammenhang für extrem unwahrscheinlich. Auch die deutsche Genehmigungsbehörde für Impfstoffe, das Paul-Ehrlich-Institut, sieht keinen Grund von der Impfung abzuraten. Auch nach Ansicht der EU-Behörde EMEA „überwiegt der Nutzen des Impfstoffes weiterhin seine Risiken“. [mehr...] [zum Seitenanfang]  

Impfungen

Sie finden hier Erläuterungen zu

einzelnen empfohlenen Impfungen.

Die Impfstoffe gegen die meisten zunächst beschriebenen Krankheiten stehen als Kombinationsimpfstoffe (5 bzw. 6 Komponenten in einer Spritze) zur Verfügung, können aber auch einzeln bzw. in individuellen Kombinationen geimpft werden. Es handelt sich meist um sogenannte “Totimpfstoffe”, die keine lebenden Erreger enthalten (TI). Einige Impstoffe sind “Lebendimpfstoffe”: Sie enthalten abgeschwächte Krankheitserreger, die zu einer bleibenden Immunität führen sollen, ohne krank zu machen (LI).

Tetanus (Wundstarrkrampf) (TI)

Tetanus ist eine Wundinfektion, die durch überall in der Erde und in Schmutz lebende Bakterien hervorgerufen wird. Gefährdet sind also bereits Krabbelkinder, die sich kleine, aber schmutzige Verletzungen zuziehen können. Die Erkrankung führt zu einer allgemeinen Verkrampfung und Lähmung der Muskeln. Auch bei bester medizinischer Versorgung sterben 20 – 30 Prozent der Patienten. In Deutschland ist der Tetanus nur wegen der weiten Verbreitung der Impfung sehr selten. [mehr...] [zum Seitenanfang]

Diphtherie (TI)

Die Diphtherie ist eine früher häufige und sehr gefürchtete Krankheit. Man nannte sie den „Würgeengel der Kinder“. Sie wird durch Bakterien verursacht und ruft die Bildung von „Membranen“ (Häutchen) meist im Rachen hervor, die zum Ersticken führen können. Außerdem kommt es zu Lähmungen und Herzversagen. Etwa 10 Prozent der Erkrankten sterben. Heute ist die Diphtherie in Deutschland durch die weit verbreitete Impfung sehr selten. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion aber herrscht seit Jahren wieder eine Diphtherieepidemie mit jährlich Hunderten von Toten, nachdem die Zahl der Impfungen durch den Zusammenbruch des Gesundheitswesens stark zurückgegangen ist. [mehr...] [zum Seitenanfang]

Keuchhusten (Pertussis) (TI)

Der Keuchhusten wird durch giftproduzierende Bakterien hervorgerufen. Dieses Gift (Toxin) verursacht durch Schädigung bestimmter Gehirnanteile und der Schleimhäute der Atemwege einen anfallsartigen und langdauernden (mehrere Wochen) Husten. Vor allem im ersten Lebensjahr kann es zu tödlichen Atempausen (Apnoen) oder selten zu einer bleibenden Hirnerkrankung mit epileptischen Anfällen kommen. Im Verlauf der Erkrankung können jedoch auch bei älteren Kindern Komplikationen wie z. B. Lungenentzündungen auftreten.  [mehr...] [zum Seitenanfang]

Kinderlähmung (Polio) (TI)

Die Polio ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die zu bleibenden schweren Lähmungen führen kann. Seit Einführung der Impfung ist sie in Deutschland praktisch ausgerottet („Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam!“). In einigen anderen Ländern (z. B. Türkei, asiatische Länder) kommt sie jedoch noch vor. Insbesondere bei Fernreisen besteht für Ungeimpfte ein hohes Erkrankungsrisiko. Die Impfung erfolgte früher meist als Schluckimpfung („Lebendimpfung“ mit abgeschwächten Polioviren). Heute wird die Injektion des „Totimpfstoffes“ empfohlen, da diese – im Gegensatz zur Schluckimpfung – keinerlei Risiko bleibender Lähmungen für ungeimpfte Kontaktpersonen oder den Geimpften selbst bedeutet. [mehr...] [zum Seitenanfang]

Erkrankungen durch Haemophilus

influenzae B (HIB) (TI)

HIB ist ein Bakterium, das vor allem im Kleinkindesalter zahlreiche Krankheiten wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen hervorruft. Besonders gefürchtet ist die eitrige Kehldeckelentzündung (Epiglottitis), die hochakut und bei 25 Prozent tödlich verläuft. HIB ist außerdem bei Säuglingen und Kleinkindern der häufigste Erreger eitriger Hirnhautentzündungen, die nach Einführung der Impfung sehr selten geworden sind. Diese enden bei etwa 5 Prozent tödlich, weitere 20 bis 30 Prozent der Kinder behalten bleibende Hirnschäden zurück.  [mehr...]  [zum Seitenanfang]

Hepatitis B (TI)

Die Hepatitis B ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber. Sie ist heute noch nicht heilbar. Bei etwa 5 bis 10 Prozent der Erkrankten (bei Säuglingen sogar bei 85 %) heilt diese Hepatitis nicht spontan aus, sondern verläuft chronisch. Das heißt, daß die Patienten oftmals im Laufe der Jahre Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln. 10 Prozent der chronisch erkrankten Patienten versterben an den Folgen der Hepatitis. Die Hepatitis B wird hauptsächlich über Blut oder Körperflüssigkeiten (z. B. beim Geschlechtsverkehr) übertragen; es scheint aber bei engen Haushaltskontakten auch andere Übertragungswege zu geben. In Deutschland kommt es zu etwa 50.000 Neuerkrankungen pro Jahr; dennoch ist die Hepatitis B im Kindesalter relativ selten.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Pneumokokken (TI)

Pneumokokken sind Bakterien, die sich in den Atemwegen vieler Menschen finden. Sie können verschiedene Erkrankungen, z. B. Mittelohr- und Lungenentzündungen, selten aber auch lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis (Blutvergiftung) verursachen. . Seit 2006 wird die Impfung für alle Säuglinge empfohlen.   [mehr...]  [zum Seitenanfang]

Meningokokken (TI)

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die verschiedene Krankheitsbilder auslösen können. Sie werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 700 bis 800 Menschen an einer Hirnhautentzündung (Meningitis) durch diese Erreger. 40 Prozent aller Patienten sind Kinder unter vier Jahren. Ein weiterer „Altersgipfel“ findet sich im Jugendalter. Auch heute noch sterben etwa zehn Prozent der Patienten trotz Therapie. Die Impfung richtet sich gegen Bestandteile der Bakterienoberfläche, der sogenannten Kapsel, die die Bakterien vor den Angriffen unseres Abwehrsystems schützt. In Deutschland werden etwa 70 Prozent der Erkrankungsfälle durch den Kapseltyp B verursacht. Gegen diesen steht seit Dezember 2013 ein neuer Impfstoff zur Verfügung. Der in Deutschland empfohlene Impfstoff richtet sich gegen den Typ C, der hier etwa jede dritte bis fünfte Erkrankung verursacht. Es stehen weitere Impfstoffe zur Verfügung, die neben dem Kapseltyp C auch die Typen A, Y und W135 abdecken. Diese Impfung ist für Reisende z. B. in afrikanische Länder oder auch z. B. für eine Reise nach Mekka erforderlich. Alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Men-C-Impfung bis zum 18. Geburtstag. Auch andere Impfstoffe werden von manchen Kassen erstattet.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Grippeimpfung (TI oder LI)

Die “Grippeimpfung” schützt nicht vor “grippalen Infekten”, sondern nur vor der “echten” Grippe durch Influenza-Viren. Eine Impfung gegen Influenza-Viren (“Grippe-Impfung”) wird für Kinder zur Zeit in Deutschland nicht allgemein empfohlen und ist vor allem bei chronisch erkrankten Kindern und Jugendlichen wichtig. Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung schützt die “Grippeimpfung” nicht vor den grippalen Infekten der kalten Jahreszeit. Sie richtet sich vielmehr ausschließlich gegen Influenza-Viren. Influenza-Viren sind die Erreger der “echten” Grippe. Im Abstand von mehreren Jahren kommt es immer wieder zu Influenzaepidemien. Die Erkrankung kann unterschiedlich schwer mit hohem Fieber, trockenem Husten und starkem Krankheitsgefühl verlaufen. Gefährliche Komplikationen treten vor allem bei chronisch kranken und alten Menschen auf. Vor allem, um diese Menschen vor einer Influenzaerkrankung zu schützen, werden jährlich Grippeschutzimpfungen angeboten.. In Deutschland wird die Grippeimpfung für folgende Personenkreise empfohlen: - Personen über 60 Jahre - chronisch Kranke (aller Altersgruppen): z. B. bei Blutkrankheiten, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, chronischen Erkrankungen der Atemwege, neurologischen Erkrankungen oder Behinderungen... - Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems oder immunsuppressiver Therapie -stark exponierte Personen: medizinisches Personal oder Menschen, die beruflich Kontakt mit vielen Menschen haben - Schwangere Eine Impfung ist prinzipiell ab dem 6. Lebensmonat möglich und ist in der Regel gut verträglich. Sie muß jährlich (in der Regel im Herbst) wiederholt werden. Sie ist vor allem bei chronisch erkrankten Kindern zu erwägen (z. B. Asthma, Herzfehler, Diabetes) [mehr...] [zum Seitenanfang]

Grippeimpfung als Nasenspray (LI)

Seit 2012 steht für Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche auch ein Lebendimpfstoff gegen Influenza zur Verfügung, der nicht gespritzt, sondern als Nasenspray verabreicht wird. Diese Impfung ist zumindest im Kindesalter deutlich wirksamer (d. h. sie schützt besser) als die herkömmliche Impfung. Die STIKO empfiehlt daher, den Nasensprayimpfstoff bei Kindern von 2 bis 6 Jahren bevorzugt zu verwenden. In dieser Altersgruppe wird er - bei Vorliegen einer Impfindikation - von den Krankenkassen bezahlt. Ob eine Impfung für Ihr Kind sinnvoll ist, sollten Sie mit uns besprechen. [zum Seitenanfang]

Rotaviren (LI)

Rotaviren sind die häufigste Ursache viraler Darminfektionen bei Kindern. In den westlichen Industrieländern erkranken am häufigsten Säuglinge und Kinder im Alter von 6 Monaten bis zu 2 Jahren. Im Laufe der ersten Lebensjahre wird auch ohne Impfung durch wiederholte Infektionen eine gewisse Immunität aufgebaut. Die Erkrankung tritt in den Monaten Februar bis April am häufigsten auf. Vor allem bei Säuglingen werden bei schweren Verläufen Krankenhauseinweisungen erforderlich. Im Erwachsenenalter treten Erkrankungen – meist milder verlaufend – vor allem als Reisedurchfall, bei Eltern erkrankter Kinder oder im Rahmen von Ausbrüchen in Altenheimen in Erscheinung. Während in Deutschland Rotavirusinfektionen nur selten tödlich sind, wird geschätzt, dass in Afrika, Asien und Lateinamerika jährlich über 100 Millionen Kinder erkranken und etwa 350.000 bis 600.000 Kinder im Alter unter 5 Jahren an Durchfällen durch Rotaviren sterben. Seit 2006 sind in Deutschland zwei Lebendimpfstoffe gegen Rotaviren für Säuglinge bis zur vollendeten 24. bzw. 26. Lebenswoche zugelassen. Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist hoch: Zwar werden nicht alle Durchfallerkrankungen verhindert, doch für die Verhinderung einer schweren Rotaviruserkrankung besteht eine Effektivität von 96–98 %. Die meisten Krankenkassen erstatten den Impfstoff.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Masern (LI)

Die Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung mit hohem Fieber, typischem Hautausschlag und Husten. Relativ häufig kommt es zusätzlich zu Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Gefürchtet ist die Masernerkrankung des Gehirns (Enzephalitis), die bei etwa  1 von 1000 bis 2000 Erkrankten auftritt und häufig tödlich verläuft. Die Überlebenden erleiden oft bleibende Hirnschäden. Durch die Einführung der Masernimpfung sind diese Komplikationen in den Industrieländern recht selten geworden.   [mehr...][zum Seitenanfang]

Mumps („Ziegenpeter“) (LI)

Mumps ist eine hochansteckende Entzündung zunächst der Ohrspeicheldrüsen und Lymphknoten. Sie wird durch Viren hervorgerufen. Häufig kommt es im Verlauf der Erkrankung auch zur Mitentzündung der Hirnhäute oder der Bauchspeicheldrüse. Diese heilen aber meist folgenlos aus. Problematisch ist eine Mitentzündung der Hoden, die nach Beginn der Pubertät zur bleibenden Unfruchtbarkeit führen kann. Daher sollten zumindest Jungen gegen Mumps geimpft werden.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Röteln (LI)

Röteln sind eine hochansteckende Viruserkrankung mit Hautausschlag, Lymphknotenschwellung und Fieber. Komplikationen sind für die Erkrankten selten; häufig verlaufen Röteln unerkannt. Gefährlich ist eine Rötelnerkrankung für ungeborene Kinder ungeimpfter Schwangerer. Hier kann es zur Fehlgeburt oder zu bleibenden Schäden (Hirnschaden, Taubheit, Herzfehler, Blindheit) kommen. Die Impfung schützt also vorwiegend andere, die sich aber nicht selbst schützen können! Zumindest Mädchen, die bis zum Eintritt in die Pubertät noch keine Röteln hatten, sollten zum Schutz ihrer eigenen späteren Kinder geimpft werden.   [mehr...] [zum Seitenanfang]

Windpocken (LI)

Windpocken (lateinisch: Varicellen) sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Das Virus wird über die Luft übertragen, schon ein kurzer Kontakt reicht aus (daher die Bezeichnung Windpocken!). Wegen der hohen Infektiosität machen mehr als 90 Prozent aller Menschen die Windpocken vor dem 14. Lebensjahr durch. Bei gesunden Kindern verläuft die Erkrankung in aller Regel unkompliziert. Neben dem typischen bläschentragenden ausschlag besteht meist  ein mehr oder weniger quälender Juckreiz. Komplikationen während der Erstinfektion sind selten. Es kann zu einer Beteiligung des Kleinhirns oder der Hirnhäute kommen (ca. 1 von 4.000 bis 10.000 Erkrankten, meist gute Prognose). Durch Infektion aufgekratzter Bläschen kann es zu bakteriellen Superinfektionen kommen. Schwer verlaufende Erkrankungen sind vor allem bei Kindern mit angeborenen Immundefekten, schwersten Hauterkrankungen oder bestimmten Langzeittherapien (z.B. nach Krebserkrankungen)zu befürchten, können aber auch bei ansonsten gesunden Kindern auftreten   [mehr...] Zwar macht man die Windpocken in aller Regel nur einmal durch, der Erreger nistet sich jedoch in Nervenzellen ein und kann lebenslang reaktiviert werden. Ein solcher zweiter Ausbruch – vor allem bei älteren oder gesundheitlich geschwächten Menschen – führt dann zur sogenannten Gürtelrose (Zoster). [mehr zum Zoster...] Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) die Impfung aller Kinder gegen Varizellen im zweiten Lebensjahr. Schon länger besteht die Empfehlung, bisher nicht erkrankte Jugendliche und Menschen mit Kontakt zu immungeschwächten Personen zu impfen. Ob eine Windpockenimpfung für Ihr Kind sinnvoll ist, sollten Sie nach einem Gespräch mit uns entscheiden. [mehr...] [zum Seitenanfang]

HPV (TI): HPV-Infektion als Auslöser des

Gebärmutterhalskrebses

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, dem sogenannten Zervixkarzinom, ca. 1.700 sterben daran. Viele tausend Frauen werden wegen Vorstufen dieser Krebserkrankung am Gebärmutterhals oder der Gebärmutter operiert. Schon lange ist bekannt, dass der Gebärmutterhalskrebs durch sexuelle Aktivität begünstigt wird. Heute wissen wir, dass er durch eine Virusinfektion, die beim Geschlechtsverkehr übertragen wird, ausgelöst wird: Das Humane Papilloma Virus, kurz HPV, ist der Verursacher von Genitalwarzen. Es befällt Männer und Frauen. Eine über Jahre bestehende Infektion der Schleimhaut des Gebärmutterhalses mit HPV kann zu Vorstufen der Krebserkrankung und schließlich zum Zervixkarzinom führen. Über 50 Prozent aller sexuell aktiven Frauen sind von HPV befallen. Die weitaus meisten bemerken die Infektion niemals. Bei dem größten Teil der symptomatischen Patientinnen kommt es lediglich zur Entstehung von Genitalwarzen. Nur bei einem kleinen Anteil führt die Infektion nach Jahren zur Bildung von Krebszellen – aber auch die Krebspatientinnen haben häufig zuvor keine Symptome der Infektion bemerkt. Ziel der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchung ist es u. a., frühe Krebsformen durch Schleimhautabstriche zu erkennen. Das gelingt glücklicherweise oft. Aber auch bei früher Diagnose ist dann eine Operation an der Gebärmutter unvermeidlich.   Schutz durch Impfung Seit 2006 ist in Deutschland ein Impfstoff zugelassen, der die Bildung von Antikörpern gegen die häufigsten aggressiven Formen des HPV anregt. Leider kann die Infektion der Genitalschleimhäute mit HPV nur bei den Menschen weitgehend verhindert werden, die bis zur Impfung nicht mit HPV besiedelt sind. Das heißt, dass die Impfung möglichst vor dem Beginn sexueller Beziehungen erfolgen sollte. Daher wird die Impfung für Mädchen ab 9 Jahren empfohlen. Es wird vermutet, dass durch eine frühzeitige HPV-Impfung etwa 70 Prozent der Zervixkarzinome verhindert werden können. Da auch Männer von HPV befallen werden und die Erkrankung übertragen, wäre auch die Impfung der Jungen möglich. Allerdings ist der hier verfügbare Impfstoff nur für Mädchen zugelassen. Die Impfung erfolgt durch zwei Injektionen im Abstand von 6 Monaten (Bei Mädchen ab 14 Jahre drei Injektionen). Kostenübernahme der Impfung Die Impfung ist mit Gesamtkosten von fast 500 Euro vergleichsweise teuer. Da sie allgemein empfohlen wird, übernehmen jedoch alle Kassen die Kosten. Presseberichte über Todesfälle nach HPV-Impfung Im Januar 2008 wurde über zwei ungeklärte Todesfälle bei jungen, zuvor gesunden Frauen in Deutschland und Österreich berichtet, die 1 Tag bzw. drei Wochen nach einer HPV-Impfung eingetreten waren. Die Angehörigen vermuten einen Zusammenhang. In Deutschland wurden bislang schätzungsweise 700.000 Impfdosen verimpft, europaweit  etwa 1,5 Millionen Frauen. Weitere Todesfälle wurden in Europa bislang nicht in einen Zusammenhang mit der Impfung gebracht. Wir halten einen ursächlichen Zusammenhang für extrem unwahrscheinlich. Auch die deutsche Genehmigungsbehörde für Impfstoffe, das Paul- Ehrlich-Institut, sieht keinen Grund von der Impfung abzuraten. Auch nach Ansicht der EU-Behörde EMEA „überwiegt der Nutzen des Impfstoffes weiterhin seine Risiken“. [mehr...] [zum Seitenanfang]  
© Dr. Stefan Trapp | Ambulante Kinder- und Jugendmedizin Bremen-Huchting Huchtinger Heerstraße 26  |  28259 Bremen
Dr. med. Imke Hafermann Dr. med. Wiard Hafermann André Meine Dr. med. Stefan Trapp
Dr. med. Imke Hafermann Dr. med. Wiard Hafermann André Meine Dr. med. Stefan Trapp Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin Huchtinger Heerstraße 26    |    28259 Bremen